Die Halle war voll, die Premiere war toll

Am vergangenen Freitag haben wir im CRCLR House in Berlin die erste Version von vollehalle auf die Bühne gebracht. Anschließend haben mich immer wieder Leute, die nicht dabei sein konnten, gefragt, wie es denn war. Es gibt darauf wohl zwei Antworten – aus Sicht derer, die die Show gemacht haben, und aus der Sicht der ZuschauerInnen.

Für uns ist der Abend großartig verlaufen. Die Location hat wunderbar gepasst, die Technik hat 100% mitgespielt, das Team hat perfekt zusammen gearbeitet, die Halle war ausverkauft, und wir haben die Show genau so hinbekommen, wie wir sie uns gedacht hatten. (Zwei kleine Fehler hatten wir drin, aber die haben nur wir bemerkt – glaube ich!)

Letzteres – dass wir die Show so auf die Bühne gebracht haben, wie wir das wollten – war für uns zunächst mal ungeheuer wichtig. Denn noch am Anfang der Woche, als wir mit den ersten Proben begannen, fühlte sich das erstmal gar nicht an, wie es sollte – wir mussten noch hart an unserer Präsentation, an Überleitungen und an der Struktur arbeiten, um das „Feeling“ hinzubekommen, das wir erreichen wollten. Hinzu kommt: Nichts ist unbefriedigender als nach einer derartigen Show sagen zu müssen, dass dieses oder jenes nicht geklappt hat oder dass die Sache nicht so gelungen ist, wie sie sein sollte. Denn zum einen macht das natürlich keinen Spaß, und zum anderen weiß man dann gar nicht, wie man Feedback bewerten soll! Wir können aber sagen: Die Premiere von vollehalle lief genau so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Und deswegen hatten Kai und ich auch großen Spaß während der Show! (Nachtrag 25.10.2017: mittlerweile haben wir auch einen kleinen Trailer aus den Aufnahmen der Show gebaut.)

Besonders danken wollen Kai und ich vor allem auch dem grandiosen Team, das an dem Abend im Hintergrund alles möglich gemacht hat, insbesondere Boris Janowski (Show Manager), Nick Scholey (Musik, Sound, Licht) und Max von Klitzing (Kameras), Marco Di Cittalunga (Fotos, siehe oben) sowie den Firmen Rebeam und BeamAround.

Aus Sicht des Publikums war für mich am eindrücklichsten, dass ausnahmslos alle, mit denen ich direkt nach der Show und an den folgenden Tagen sprach, die Form und das Konzept der Show als sehr innovativ, unterhaltsam, gelungen und als wichtigen neuen Beitrag zur politischen Debatte beschrieben haben. Das hat mich sehr gefreut. Wildfremde Leute sprachen mich an der Bar im CRCLR House nach der Show an und meinten, dass sie einfach mal an mich loswerden müssten, wie großartig das gewesen sei. Andere riefen begeistert, die Show hätte gern noch eine Stunde länger so weitergehen können.

Aber es gab auch Stimmen, die fanden, die schnelle Taktung der Beiträge und die insgesamt sehr hohe Intensität hätten ein paar mehr ruhige Momente und „mentale Pausen“ nötig gemacht.

Zu den Inhalten ging die Spanne von „prinzipiell interessant, aber das weiß ich ja schon alles“ bis zu „supergut, vor allem für Leute wie mich, die sich mit sowas noch nicht so befasst haben, ein sehr inspirierender Abend“. Natürlich wird man es mit so einem Abend nie allen recht machen können. Und uns war schon klar, dass jemand, der regelmäßig die taz liest, politisch überdurchschnittlich interessiert und engagiert ist und tendenziell aus einem linksintellektuellen Milieu kommt, weniger Neues lernt als beispielsweise Geschäftsleute, die sehr beschäftigt sind, zu wenig von der Politik mitbekommen, im Bauch merken, dass die Dinge nicht mehr in Ordnung sind, und sich dazu mal einen komprimierten Abend wünschen.

Und jetzt? Kai, das Team und ich machen jetzt erstmal ein paar Tage Pause, sortieren die Gedanken und die Nerven und beginnen langsam, aber sicher die ersten Gespräche dazu, wo wir vollehalle als nächstes aufführen können. Außerdem werden wir einen kleinen 5-Minuten-Best-of-Film der Show zusammenschneiden, der uns hoffentlich dabei helfen kann. Wer Ideen hat, wo wir vollehalle aufführen sollten, kann sich sehr gern bei uns melden! Und wir denken natürlich auch darüber nach, wie wir die Sache weiterentwickeln können. Auf dieser Seite werden wir auch künftig davon berichten, wie sich die Dinge entwickeln.

Bis dahin aber erstmal: allergrößten Dank an alle, die bei der Premiere dabei waren und daraus einen unvergesslichen Abend für uns gemacht haben!

Klausur im Wald: vollehalle entsteht

Es sind noch eineinhalb Wochen bis zu unserer Premiere – deswegen sitzen wir – Kai und ich – diese Woche wortwörtlich im Wald, um das finale Dokument, auf dem die ganze Show basiert, zusammen zu setzen. Das gelingt am besten, wenn wir nichts anderes machen – es sind noch eine Menge Lücken zu füllen und Details zu erarbeiten. Uns erschien sinnvoll, das abseits unseres Alltags und der Ablenkung durch Berlin und durch ständig verfügbares Internet zu tun. Wenn wir hier Internet haben wollen, müssen wir einen Hotspot mit dem Handy aufbauen, der dann oft auch nur mäßig funktioniert. (Dieses Posting steht online, ging also grade gut.)

Als Grundlage erstellen wir eine Keynote-Präsentation, in die wir sämtliche Medien – Musik, Filme, Texte, Fotos – einbetten, um dann daran entlang die Show ablaufen zu lassen. Wir wollen Freitag zu 98% damit fertig sein.

Die kommende Woche ist dann reserviert für die zwei anderen wichtigen letzten Schritte: Proben und das Organisieren der letzten technischen Details für die Show. Denn der Raum, den wir gemietet haben (CRCLR House), ist erstmal leer und kahl, d.h. wir sind auch selbst für Bühne, Technik, Licht, etc. verantwortlich. Das ist zwar alles schon bestellt, es wollen aber noch eine Menge Details geklärt werden.

Behind the Scenes: Filmschneiden in Hamburg

Wir wollen vollehalle nicht nur ein einziges Mal bei der Premiere am 22. September aufführen. Vielmehr hoffen wir, mit der Show auf Tour gehen zu können. Das bedeutet, dass wir einen Weg finden mussten, unsere Gäste „mit uns“ zu nehmen. Denn wir können ja nicht an allen weiteren Orten immer wieder eine komplette Logistik mit einem Dutzend Gesprächspartnern organisieren. Deswegen kommen die unterschiedlichen Protagonisten per Video in die Show. Wir haben in den letzten Monaten eine Menge Interviews geführt und sie auf Video aufgezeichnet. Die Videos werden wir auf unterschiedliche Arten und Weisen während der Show einbauen – damit wir immer wieder neue Aspekte und Blickwinkel zeigen können, die sowohl Inspiration liefern als auch manche Probleme deutlich benennen.

Und diese Videos müssen geschnitten und bearbeitet werden. Dafür sitzen wir heute und morgen in Hamburg in Max‘ Büro bei freeeye.tv. Unsere Session hier haben Kai und ich in den vergangenen Wochen vorbereitet, indem wir zu allen Segmenten unserer Show die Manuskripte erarbeitet und die entsprechend passenden Videosegmente ausgewählt haben.

Und jetzt bauen wir alles zusammen. Sehr spannend!

Hallo Welt! Interview mit Titus Arnu.

Wir starten unser Blog zu vollehalle mit einem Behind-the-Scenes-Foto vom heutigen Nachmittag. Wir hatten Titus Arnu zu Gast, bekannt als SZ-Journalist, oder auch aus der GEO – und immer wieder unterwegs in mehr oder minder bergigen Gegenden unserer Welt.

Bei vollehalle wollen wir Fragen zu unserer Gesellschaft und zu unserem Zusammenleben stellen, vor dem Hintergrund einer endlichen Welt, in der wir mit immer mehr Menschen zusammen (über)leben müssen. Um eine weitere ganz eigene Perspektive zu erhalten, haben wir uns mit Titus unterhalten – denn er war im letzten Herbst gemeinsam mit dem Fotografen Enno Kapitza einen Monat lang im Himalaya unterwegs und hat das Tal Tsum aufgesucht, wo die Menschen sich zum Frieden selbstverpflichtet haben, die Natur achten und heute noch so leben wie wir in Deutschland vielleicht im Mittelalter gelebt haben.

Er war auf der Suche nach dem Glück und wollte erfahren, was wir von diesen Menschen vielleicht für unser eigenes Leben lernen können. Ergebnis ist das Buch „Tsum – eine Himalaya-Expedition in das Tal des Glücks“. Und das Buch sowie Titus‘ und Ennos Erfahrungen werden eine prominente Rolle bei vollehalle spielen.

Der folgende Film zeigt ein paar der Bilder, die Enno auf der Reise gemacht hat: