VOLLEHALLE IN ZEITEN LEERER HALLEN

Ein gutes Jahr ist es her, dass wir im Berliner Futurium zusammen mit Igor Levit den Auftakt für unsere Deutschland-Tournee 2020 gemacht haben (die Show auf YouTube).

Eine Tournee, die dann wegen Corona nicht stattfand: Nach zwei weiteren Auftritten war Schluss im ersten Lockdown. In den darauf folgenden Monaten haben wir Experimente mit dem Internet gemacht – so wie viele andere auch, die eigentlich auf Bühnen vor Publikum arbeiten: Wir haben gemeinsam mit dem RNE vier Online-Salons veranstaltet, wir haben eine reine Online-Version unserer Show für die 2020er re:publica entwickelt und produziert, und im September konnten wir beim Money for Future-Festival in Hamburg auf der Bühne stehen – vor überwiegend leeren Rängen und uns freundlich gesonnenen Video-Stream-Kameras und einem Publikum an seinen Bildschirmen.

Klar geworden ist uns in der Zeit, dass vollehalle ein Live-Format für Bühnen ist und bleibt. Die Chemie unseres vierköpfigen Teams ist vor allem dafür gemacht, in der gemeinsamen Arbeit und mit unseren ProtagonistInnen die Bewegung, Bilder und Sprache auf die Bühne zu bringen, die unsere Zeit braucht – um danach im Zug durch Deutschland zu fahren und mit unserem jeweiligen Publikum vollehalle zum Leben und zur Debatte zu erwecken. Das treibt uns an, das macht uns Spaß, damit erzeugen wir unsere Wirkung. Und genau das ist ja bekanntlich weiterhin nicht möglich.

Für uns bedeutet das, dass vollehalle aktuell im Schuppen unter der Abdeckplane steht und darauf wartet, wieder auf Bühnen gerollt zu werden. In Hallen voll mit Menschen, die sich freuen, wieder gemeinsam an einem Ort zusammenkommen und das größte Thema unserer Zeit besprechen, aber auch gemeinsam feiern zu können. Bis das wieder geht, machen wir andere Dinge – wir arbeiten an Filmen und Texten, planen Workshops, bilden uns weiter, arbeiten journalistisch. Alles, was wir mit vollehalle gemacht haben, und alles, was vollehalle mit uns gemacht hat, fließt in diese Arbeiten ein, bewegt, beeinflusst sie.

Derweil können wir kaum darauf warten, wieder durch’s Land zu fahren und mit der nächsten Version der Show die Arbeit an unserer Gesellschaft mit Euch allen fortzusetzen. Bis dahin – wir freuen uns!

P.S.: Im Bild v.l.n.r.: Ein Zeitungleser, ein Profi, Maren Kling. Ausnahmsweise nicht im Bild: Kai Schächtele

5 Antworten auf „VOLLEHALLE IN ZEITEN LEERER HALLEN“

  1. Muss es nicht heissen „Die Klima-Schau wo Mut macht“?
    Frage an den Hausmeister 🙋‍♂️

    Ansonsten: Euer Thema wird (leider) aktuell bleiben, mehr denn je. Ick komm zur Wiederauferstehungshalle, count me in!

  2. @Kingo: Du hasch damit das heilige Rätsel erfolgreich glöst und darfsch dich von nu an als Teil vom Osobl begreifa. Weil es muss heißa: “Die Klimaschau, die wo Mut macht”. Du hasch dich also erfolgreich mit vollehalle vereinigt. Herzlichschd, Kartöngle

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